SCM Automotive 2014

Lean Erfolg durch Shopfloor Management

Lean Erfolg durch Shopfloor Management

Wilhelm Goschy, STAUFEN.AG

Es ist leicht und schwer zugleich: Shopfloor Management – das Zusammenspiel von Führungsinstrumenten und Führungsverhalten direkt am Ort der Wertschöpfung. Denn selbst um naheliegende und kleine, aber eben entscheidende Weichen für die erfolgreiche Zukunft eines Unternehmens zu stellen, ist ein langwieriger, bisweilen mühsamer Prozess notwendig. Das Etablieren von Methoden wie Kennzahlencharts oder Produktionstagebüchern reicht nämlich dafür nicht aus. Sie sind reine Werkzeuge und verändern die Unternehmenskultur keinesfalls. Das können nur die Führungskräfte eines Unternehmens – und zwar von der Geschäftsleitung bis zum Teamleiter. Ihre nachhaltige Transformation vom „klassischen“ Chef zum Coach und Mentor ist der Schlüssel zum Gelingen von Shopfloor Management. Es braucht also ein sich Öffnen für das Thema Führung, gefolgt von einem radikalen Wandel der Führungskultur. Das setzt eine hohe Disziplin, Konsequenz und ein permanentes Reflektieren der gesamten Führungsmannschaft voraus. Und davon wiederum wird das gesamte Unternehmen nach und nach profitieren – auf seinem angestrebten Weg zu mehr Produktivität, Effektivität, Transparenz und Mitarbeiterzufriedenheit.

Virtuelle Systemintegration und -simulation mittels Model Based Systems Engineering

Virtuelle Systemintegration und -simulation mittels Model Based Systems Engineering

Gerhard Steininger, Dassault Systèmes

Eine der höchsten Prioritäten für alle global agierenden Automobilbauer ist es, die Möglichkeiten der virtuellen Simulation verschiedener Engineering-Disziplinen, wie z. B. Mechanik und Elektronik, auf Systemebene optimal zu nutzen. Eine besondere Herausforderung hierbei ist die Integration von Funktionen und Verhaltensmodellen unterschiedlicher Produktentwicklungsbereiche wie Karosserie, Fahrwerk, Antrieb und E/E. Dieser Artikel widmet sich den State-of-the-art-Technologien im Bereich „Systems Engineering“. Er zeigt die virtuelle Integration von Fahrzeugfunktionen, deren Simulation und Validierung in Verbindung mit dem Verhalten des Gesamtfahrzeugs, so wie sie den Empfehlungen der Global Automotive Advisory Group (GAAG) für MBSE (Model Based Systems Engineering) entspricht.

Faserverbundkunststoffe im Automobilbau

Faserverbundkunststoffe im Automobilbau

Henning Kuell, Dr. Bernhard Pfeiffer, Celanese AG

Celstran UD-Tapes und daraus hergestellte Gelegeweisen im Crashfall in Bezug auf die Zielgrößen Flexibilität, Gewichtseinsparung und Energieaufnahme gegenüber Stahl und Aluminium deutliche Vorteile auf. Dies konnte anhand eines Holms aus Celstran CFR-TP PA6-GF 60 belegt werden: In einer Studie wurde an einer Unterbodenverkleidung die neunfache Energieaufnahme bei Verwendung von Celstran-Tapes der Celanese Corporation gemessen. Die Messung erfolgte im Rahmen einer instrumentierten Durchstoßprüfung gemäß EN ISO 6603-2 im D-LFT Verfahren (mit und ohne Tape-Einleger). Die Studie ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Serientauglichkeit

Automatisierte Früherkennung von Lieferantenrisiken

Automatisierte Früherkennung von Lieferantenrisiken

Holger Kiebel, BorgWarner Emissions Systems

Um der Dynamik der globalen Wirtschaft sowie dem Austausch von Waren und dessen Abhängigkeiten Rechnung zu tragen, hat BorgWarner BERU ein Softwaretool entwickelt, das Voraussagen über die Entwicklung der Lieferantenperformance treffen kann. Der „Lieferantenperformancemonitor 3.0“ (LPM) arbeitet nach dem Hidden Markov Modell (HMM) aus der Stochastik, bewertet vorhandene Informationen und ermittelt, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich die Situation eines Lieferanten ändert. Eine Studie der Financial Times Deutschland analysierte die häufigsten Ursachen für eine „Supply Chain Disruption“. Mit dem LPM können über 60 % dieser Risiken frühzeitig identifiziert werden. Dabei verfügt das branchenunabhängige Tool über ein klares Bewertungssystem und einen einfachen Aufbau, mit dem sich auch drastische Entwicklungen transparent und zeitnah identifizieren lassen. Die Software ist auf Deutsch und Englisch nutzbar, selbsterklärend sowie leicht zu bedienen. Dank des LPM erreichte BorgWarner an den Standorten Ludwigsburg, Muggendorf und im irischen Tralee 2012 eine Verringerung des Lagerbestands von rund 20 % im Vergleich zum Vorjahr.

Steuerliche Herausforderungen in den Zukunftsmärkten der Automobilindustrie

Steuerliche Herausforderungen in den Zukunftsmärkten der Automobilindustrie

Dr. Andreas Ball, Stephan Hielscher, KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft AG

Zukunftsmärkte wie Brasilien, Indien, China, Russland, Indonesien, Türkei oder Mexiko gewinnen für Unternehmen der Automobilindustrie zunehmend an Bedeutung. Die Gestaltung der Leistungsbeziehungen zu Tochtergesellschaften in diesen Ländern muss gut geplant werden. Ansonsten drohen hohe Steuern, die den kalkulierten Gewinn der Leistungsbeziehung aufzehren und sogar zu einem Verlust führen können. Durch die stärkere Vernetzung der grenzüberschreitenden Leistungsbeziehungen zu Tochterunternehmen in den Zukunftsmärkten steigen dabei insbesondere die Anforderungen an Verrechnungspreissysteme. Eine weitere Herausforderung, die auch bei Leistungsbeziehungen zu fremden Dritten entstehen kann, liegt darin, die doppelte steuerliche Belastung von zu Grunde liegenden Geschäften zu vermeiden.

Bahnlogistik 2030 – Verkehrsverlagerung und Senkung der CO2-Emissionen

Bahnlogistik 2030 – Verkehrsverlagerung und Senkung der CO2-Emissionen

Dr. Herbert Kotzab, Universität Bremen, Hans G. Unseld, CargoTechnologies GmbH i. G.

Jedes Programm zur Senkung von verkehrsinduzierten CO2-Emissionen enthält Maßnahmen zur Steigerung des Schienentransportanteils im Güterverkehr. Vom aktuellen Stand der Erkenntnisse ausgehend schlägt der Beitrag einen neuartigen technisch-infrastrukturellen Lösungsansatz für die Verlagerung von Ladeeinheiten als Grundlage für eine erfolgreiche Bahnlogistik bis 2030 vor. Die Lösung besteht in der schrittweisen Weiterentwicklung einer regionalen Bahninfrastruktur und ihrer Verbindung mit einem logistisch attraktiven Straßenzugang nach Kriterien von „Green“-Projekten und Supply Chain Management. Das technische Verfahren umfasst neuartige Anlagen zur Lkw-Verladung, zur Ladungskonsolidierung und zur effizienten Bahnverladung, die ein disloziertes Terminal bilden. […]

Green Logistics: Framework zur Steigerung der logistischen Nachhaltigkeit

Green Logistics: Framework zur Steigerung der logistischen Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Carsten Deckert, Prof. Dr. Elisabeth Fröhlich, Cologne Business School (CBS)

Bisher findet man in der Literatur nur vereinzelt Ansätze, wie Nachhaltigkeit in eine Supply Chain implementiert werden kann. Dieser Artikel skizziert ein theoretisches Grundgerüst einer nachhaltigen Supply Chain, um darauf aufbauend ein "Green Logistics Framework" zu entwickeln, in dem mögliche Maßnahmen aufgezeigt werden, die hin zum Lieferanten- und Kundenmarkt eine optimale Steuerung der Supply Chain im Sinne des 6-Märkte-Modells unterstützen. Entscheidungsträgern wird eine umfassende Toolbox an die Hand gegeben, um ein nachhaltiges Logistigkonzept im Sinne der unternehmerischen Zielsetzung umsetzen zu können. Stellschrauben finden sich im Bereich des nachhaltigen Transportmanagements, des nachhaltigen Lagerhausmanagements sowie des nachhaltigen Verpackungsmanagements. […]

Total Supplier Management – Effizientes Risikomanagement entlang globaler Supply Chains

Total Supplier Management – Effizientes Risikomanagement entlang globaler Supply Chains

Prof. Dr.-Ing. Robert Dust, Hochschule Heilbronn

Die zunehmende externe Wertschöpfung und Globalisierung der Supply Chains stellen die Unternehmen zukünftig vor noch größere Herausforderungen. Die Abhängigkeit von Lieferanten aus dem internationalen Netzwerk steigt. Damit erhält auch das Risikomanagement entlang globaler Supply Chains eine weitaus höhere Bedeutung. Total Supplier Management ist ein präventives Risikomanagement, das alle Risiken ab Beginn des Produktlebenszyklus vollständig erfassbar und bewertbar macht. Es beschreibt die Organisationsstrukturen, Prozesse und Methoden, um ein bereichsübergreifend abgestimmtes Risikomanagement durchführen zu können. Durch eine differenzierte Betrachtung der verschiedenen Risiken entlang der Supply Chain und des Lebenszyklus wird der Aufwand reduziert und ein effizientes Risikomanagement ermöglicht. Aufgrund der bereichsübergreifend abgestimmten und präventiven Vorgehensweise lassen sich Synergieeffekte realisieren und Prozesskostenpotenziale ausweisen. Total Supplier Management wird zum unternehmerischen Erfolgsfaktor, da die gesamte Supply Chain hinsichtlich der verschiedenen Risikoarten effizient überwacht und kostenoptimal gesteuert wird.