Public Customer Attractiveness: Ist die öffentliche Hand ein attraktiver Auftraggeber?

Prof. Dr. Michael Eßig, Dr. Markus Amann, Universität der Bundeswehr München

Zusammenfassung

Öffentliche Auftraggeber, wie z. B. in Teilen die Deutsche Bahn AG, verzeichnen bei öffentlichen Vergaben (national und europaweit) nachweislich eine geringe Zahl eingehender Angebote. Eine im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführte Studie ergab einen europaweiten Schnitt von 5,4 Angeboten je öffentlicher Ausschreibung. Die diesem Beitrag zugrunde liegende Befragung von 179 Lieferanten der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft zeigt, dass sich Angebote für die öffentliche Hand und Angebote für die Privatwirtschaftpreislich nicht unterscheiden.

Hingegen beklagen potenzielle Lieferanten v. a. hohe Zusatzkosten für die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen und im Vergleich zum Aufwand zu niedrige Erlöse bzw. Erlöschancen. Ferner wird hieraus deutlich, dass das Angebotsverhalten nur zu sieben Prozent vom Beschaffungsprozess beeinflusst wird. Die Vermutung, dass die Unterschiede im öffentlichen Vergabeverfahren verglichen mit dem privatwirtschaftlichen Einkauf wesentliches Element für das Angebotsverhalten der Bieter sind, kann daher nicht bestätigt werden. Um Preise langfristig beeinflussen zu können, ist eine Anpassung der Bedarfsstrukturen des öffentlichen Sektors an die Kostenstrukturen der Lieferanten erforderlich, d. h. ein Aufbau eines strategischen öffentlichen Beschaffungsmanagement.

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